Pressestimmen

12/30/2006 17:33

"GEWICHTIGER SOUND"

Category: Presseberichte
Musik: Das Akkordeon-Doppelquartett "Rohkost" besteht nur aus Frauen Abwechslungsreiches Repertoire von Sinatra über Musicals bis Händel   30.12.2006: Hamm/Westfälischer Anzeiger.

Vom "schwachen Geschlecht" kann man bei den acht Frauen, die sich zum Akkordeon-Ensemble "Rohkost" zusammengefunden haben, kaum sprechen: Immerhin hat jede von ihnen ein Instrument zu stemmen, das bis zu zehn Kilogramm wiegt. Doch jede der Musikerinnen hat ihr Akkordeon so im Griff, dass die Gesten sogar leicht wirken - was zu den mal flotten südamerikanischen Melodien ebenso passt wie zu Musical-Hits oder dem "Largo" von Händel.

Fast unglaublich scheint die Bandbreite des Repertoires, das sich die 18-41 Jahre alten Frauen angeeignet haben - allerdings nicht erst seit dem einen Jahr, in dem es "Rohkost" gibt. Schon seit rund 20 Jahren kennen sich fast alle aus dem Akkordeon-Orchester Bockum-Hövel, das Ilse Härtel 1968 gegründet hat.
Sie habe die Liebe zu diesem Instrument geweckt, gestehen Sibylle Riese und Heike Kalb gerne. "Rohkost" - übrigens ein Name, der auf das gesunde "Naschverhalten" der Musikerinnen verweist - sei entstanden, weil sie ihr Hobby weiter intensiveren wollten. Mit Erfolg, wie die Publikumsreaktionen des ersten "großen" Konzertes Mitte November im Brauhof Wilshaus zeigten - auch für "Haus Hamm" in Peru, für das die begeisterten Zuhörer 200 Euro spendeten. Bis dahin gab es diverse Auftritte bei Familien-, Betriebs- und Vereinsfeiern mit dem jeweils passenden Musikprogramm.
"Unsere inhaltliche Ausrichtung ist anders als sonst bei einem Akkordeon-Ensemble", verweisen Riese und Kalb auf einen "meilenweiten" Unterschied zu dem Klischee vom "Schifferklavier": Arrangements von Frank Sinatra-Klassikern gehörten ebenso zum Repertoire des Doppelquartetts wie Musical-Hymnen aus "Sister Act", "Cats", "Phantom der Oper", oder "Mamma Mia" mit Abba-Hits. Gospels und Songs von Elvis Presley werden gerade erarbeitet, dazu haben die Akkordeonistinnen Lieder aus "Biene Maya" und "Jim Knopf" selbst für ihre Instrumente arrangiert. Wie viel "Herzblut" die Frauen in ihre Musik stecken, beweisen sie auch mit körperlichen Blessuren: Blaue Flecken hinterlässt das Akkordeon vor allem nach längeren Probenpausen, zum Beispiel dem Urlaub. Schließlich wollen die bis zu elf Register und 120 Bässe ordentlich mit Luft versorgt werden. Dass den Frauen ihr Hobby nicht nur lieb, sondern auch teuer ist, zeigt die Investition von bis zu 3500,- Euro für ein Akkordeon.
Einen Wunsch haben sie allerdings noch: Nachdem der Schlagzeuger Heiner Saggel sie bei Wilshaus so hervorragend begleitet hat, suchen sie nun einen - möglichst weiblichen - Schlagzeuger als festes Ensemblemitglied. Und wer "Rohkost" für eine Aufwandsentschädigung engagieren möchte, sei ebenfalls willkommen. san